Gänsesäger

Unüberhörbar kreischen die Turmfalken um den Kirchturm herum, und auch die Dohlen machen durchaus auf sich aufmerksam. Ein ganz besonderer Untermieter war im Jahr 2025 aber wieder der Gänsesäger …

„Gänsesäger? Nie gehört …“ So oder so ähnlich sind oft die Reaktionen, wenn wir von unseren Kirchen-Untermietern erzählen. Kein Wunder: Erst nach der „Wende“, mit der Verbesserung der Wasserqualität der Zwickauer Mulde, und zunächst nur in der kalten Jahreszeit, tauchte dieser Vogel auf: Etwas größer als eine Stockente, die Weibchen grau mit rotbraunem Kopf, die Männchen weiß mit schwarzgrünem Kopf, beide mit rotem, länglichem Schnabel, der sie als  Fischfresser ausweist, und begnadete Taucher. Auf der Peniger Kirche brüten sie nun schon im dritten Jahr. Diesmal konnte das Brutgeschehen mit einer Webcam verfolgt werden.

Ab dem 11.04.2025 legte das Gänsesäger-Weibchen alle ein bis zwei Tage ein Ei. Mit elf Eiern war das Gelege vollständig und wurde dann bebrütet.

Nach 35 Tagen Brutzeit, am 28.05.2025, schlüpften im Laufe des Tages alle elf Küken. Am nächsten Tag schon war es soweit: Der Sprung aus dem Kasten und damit mehr als 10m herunter! Vor der Kirche konnte die Mama beobachtet werden, wie sie sechs Küken parallel zur Kirchentreppe den Hang herunter über Wege und durch Gärten zur Mulde führte. Am Fluss drohte dann gleich die nächste Gefahr, denn die Familie kam dem Wehr bedrohlich nahe. Aber auch diese Hürde wurde genommen.

Was aus den restlichen fünf Küken wurde, bleibt leider unklar. Offenbar haben sie sich allein auf den Weg gemacht. Abends wurde jedenfalls noch eines am Marktplatz gefunden.  

Wir hoffen, dass die anderen Küken allesamt erwachsen wurden.

Holger Tippmann und Uwe Neumann

Das erste Ei

Das zehnte Ei

Der Schlupf der Gänsesäger